Lamborghini 350 GT – Das Genie von Giotto Bizzarrini und die Geschichte des Vertrags mit einem Bonus für jede zusätzlichen zehn PS

Mit der Entwicklung des Motors beauftragte Ferruccio Lamborghini einen außergewöhnlichen externen Berater: den Ingenieur Giotto Bizzarrini, geboren in Quercianella (Provinz Livorno) im Jahr 1926. Er wird noch heute als einer der besten Motorenentwickler aller Zeiten angesehen. Bizzarrini war ein großer Motorsport-Fan und träumte davon, einen Motor für die Formel 1 zu entwickeln. Die Vereinbarung mit Lamborghini war einfach und legte den Grundstein für etwas Außergewöhnliches: zwölf Zylinder in V-Form, 3,5 Liter Hubraum und viele, viele Pferdestärken: mindestens 350. Als Anreiz für Bizzarrini fügte Lamborghini dem Vertrag einen Bonus je zusätzlicher zehn Pferdestärken hinzu. Als im Juli 1963 der Motor zum ersten Mal auf dem Prüfstand lief, waren die Messwerte mit 360 PS bei 9000 U/min spektakulär. Ferruccio Lamborghini beglich seine Schuld, war sich aber auch bewusst, dass er in Schwierigkeiten steckte. Tatsächlich hatte Bizzarrini einen Motor für die Formel 1 entwickelt, der nicht für den Straßenverkehr und eine Serienproduktion geeignet war.